Der 28. IVBS-Jahreskongress fand am 16. Mai 2015 im 'Atrium Hotel Mainz' statt Das Echo der Teilnehmer sowohl auf das gebotene Programm als auch auf das Tagungshotel war überaus positiv. Einen kurzen Pressebericht über den Kongress finden Sie hier.

Wie bereits im Jahr 2013 war auch in diesem Jahr der IVBS-Kongress mit einer weiteren großen Fachtagung gekoppelt, dem 'Tag der Optometrie'. Gemeinsam mit dem ZVA (Zentralverband der Augenoptiker) und der VDCO (Vereinigung Deutscher Contactlinsen-Spezialisten und Optometristen) richtete die IVBS dieses Ereignis direkt am Folgetag des Kongresses aus.

Der IVBS-Kongress war daher in diesem Jahr auf einen Tag begrenzt, an dem die Besucher ein hochinteressantes, kompaktes Vortragsprogramm mit dem Schwerpunkt Binokularsehen erwartete. Am darauffolgenden Tag hatten sie die Gelegenheit, am selben Veranstaltungsort das breit gefächerte Programm am 'Tag der Optometrie' wahrzunehmen.

Unten finden Sie ausführliche Informationen zum Programm des IVBS-Jahreskongresses 2015. Gern können Sie auch ein wenig in den Fotos von diesem Kongress stöbern!

Zum 'Tag der Optometrie' informieren Sie sich bitte im Menü links.

Insgesamt war es ein anregendes, interessantes Wochenende mit netten Kollegen in angenehmem Ambiente. Planen Sie schon jetzt den IVBS-Jahreskongress 2016 ein!

 

 

Programm des IVBS-Jahreskongresses 2015

Für Informationen zu den Referenten klicken Sie bitte auf deren Namen.

 

Offene Fragen und kritische Anmerkungen zur 3D-Refraktion

Georg Stollenwerk, M.Sc. (optom)

Anfang 2014 wurde der Fachöffentlichkeit eine neue Technik vorgestellt, welche die "monokulare Refraktion unter binokularen stereoskopischen Bedingungen" erlaubt. Zur Bewertung der sog. "3D-Refraktion" muss unterschieden werden zwischen den Geräten (Hardware, Software) einerseits und den Anwendungsempfehlungen der Hersteller andererseits. Müssen tatsächlich grundlegende Erfahrungen und langjährige Vorgehensweisen über Bord geworfen werden? Ist wirklich keine Zudeckscheibe mehr erforderlich? Diese und andere kritische Fragen analysiert der Vortrag in Form einer sachlichen Bestandsaufnahme. Dabei wird auch aufgezeigt, zu welchen Aspekten noch Klärungsbedarf durch wissenschaftliche Studien besteht. Unabhängig davon ist es selbstverständlich jedem Untersucher freigestellt, werbewirksame Effekte in seine Brillenglasbestimmung zu integrieren – sofern dies im Einklang mit den fachlichen Ansprüchen seines Konzepts steht. Der Vortrag liefert daher auch gezielte Hinweise zum fachlich korrekten Einsatz der neuen technischen Möglichkeiten.

 

Forschungsergebnisse zur 3D-Refraktion

Markus Leicht, M.Sc.

Die 3D-Refraktion ist in aller Munde. Viele Augenoptiker/Optometristen nutzen diese neue Form der Refraktion mittlerweile in ihrem beruflichen Alltag. Folglich werden viele Kunden mit der 3D-Refraktion konfrontiert. Zeit sich mit diesem neuen Tool auf einer wissenschaftlichen Ebene auseinanderzusetzen und von einem neutralen Standpunkt zu beurteilen. Dabei soll die zentrale Fragestellung geklärt werden, wie sich die 3D-Refraktion auf den Kunden und vor allem dessen Korrektion auswirkt. Ergeben sich im Vergleich zur herkömmlichen Refraktion differente Korrektionswerte? Verändert sich der akkommodative Zustand während der Refraktion durch den Eindruck der räumlichen Tiefe? Diese Fragen sollen geklärt werden, indem auf Forschungsarbeiten der EAH Jena eingegangen wird.

 

Reproduzierbarkeit von Refraktionsergebnissen

Dipl.-Ing. (FH) Olaf Schmidt-Kiy

Die Reproduzierbarkeit subjektiver Refraktionsergebnisse ist durch verschiedene Faktoren begrenzt. Im Vortrag werden die Ergebnisse verschiedener Probandenstudien zu diesem Thema vorgestellt. Neben den Ergebnissen aus 2D-Refraktionsbestimmungen wird eine Studie zur Reproduzierbarkeit der subjektiven Refraktionsbestimmung am PasKal3D-System vorgestellt, bei dem während der gesamten Messung beide Augen am Sehprozess teilnehmen.

Die Darstellung der Ergebnisse vorangegangener Studien ist inhomogen. Soweit vergleichbar, decken sich die Ergebnisse unserer Studien mit denen früherer Untersuchungen weitgehend: Bei einer wiederholten subjektiven Refraktionsbestimmung liegen 95% der Abweichungen vom mittleren Refraktionsergebnis bei etwa ±0,2 bis ±0,5 dpt für das sphärische Äquivalent und die Zylinderstärke. Die Streuungen am PasKal3D-System unterscheiden sich bei gesunden Augen ohne nennenswerte Heterophorien nicht signifikant von denen bei einer 2D-Darstellung.

Die Reproduzierbarkeit von Refraktionsergebnissen bei gesunden Augen ist selbst unter optimalen Bedingungen begrenzt. Zur sicheren Bewertung eines Refraktionsergebnisses muss der individuelle Streubereich des Probanden bekannt sein. Hierzu müssen mehrere Messungen durchgeführt werden.

 

Helfen Prismen bei Asthenopie? Aktuelle Studienergebnisse und neue Untersuchungsverfahren

Volkhard Schroth, B.Sc.

In einer multizentrischen Doppelblind-Studie wurden 80 asthenopische Probanden untersucht, die nacheinander zwei Paar Brillengläser trugen: einmal die aktuellen refraktiven Werte für Ferne und Nähe ohne Prismen und einmal mit Prismen. Es wurde vergleichen, wie sich die Asthenopie verändert und darüber hinaus, welche Unterschiede es gab in Bezug auf binokulare Kontrastempfindlichkeit, Nahvisus, Konvergenznahpunkt und Zonenbreite der Gleitsichtgläser. Alle Probanden waren nach MKH untersucht worden, allerdings wurden die prismatischen Korrektionswerte mit einem neuen Verfahren an assoziierten Testen ermittelt. Die Ergebnisse werden vorgestellt und auf Unterschiede des neuen Verfahren zur MKH eingegangen. Ein Ziel der Studie war die Untersuchung, ob in einfachen Binokularfällen eine vereinfachte und schnell anwendbare Methode zu erfolgreichen Korrektionswerten führen kann. Die Frage nach dem Nutzen von Prismen - gemessen an assoziierten Testen - kann nun differenzierter beurteilt werden.

 

Zentrierung prismatischer Gleitsichtgläser

Dipl.-Ing. (FH) Peter Henrik Koch

Teilweise herrscht eine gewisse Scheu bei prismatischen Korrektionen Gleitsichtgläser anzubieten. Der Vortrag hat das Ziel, mögliche Befürchtungen auszuräumen und einfache Wege zur erfolgreichen Korrektion mit Gleitsichtgläsern auf zu zeigen.

 

Ein besonderer Praxisfall

Stephan Bitterli, Dipl. Augenoptiker

An dieser Stelle tragen erfahrene Praktiker interessante Fallbeispiele vor. Ein Abstract ist nicht vorgesehen, lassen Sie sich überraschen!

 

Wechselwirkungen zwischen Binokularkorrektion und Funktion der Halswirbelsäule aus osteopathischer Sicht

Dr. med. Petra Kramme

Bei Schmerzen und Störungen an der Halswirbelsäule und am Schädel unterscheidet man manualmedizinisch zwischen Struktur – und Funktionsstörungen. Dabei versucht die osteopathische Betrachtungsweise, die wichtigste Störung des neurophysiologischen Regelsystems ausfindig zu machen, die sog. Primäre Läsion, auf die sich die meisten vom Patienten geschilderten Symptome zurückführen lassen. Sind mehrere Systeme gestört, z.B. Kiefergelenk, Auge und Halswirbelsäule, entsteht durch ihre Hierarchie in der Reizverarbeitung eine Interferenz, die bei der Therapie des Patienten zu berücksichtigen ist. Dabei ist Lagebeziehung der knöchernen Augenhöhle, insbesondere der Maxilla zum Sphenoid von hoher Relevanz, da an dessen Proc. pterygopalatinum die kiefergelenkführende Muskulatur ansetzt. Nach Schädeltraumata oder beim Knirschen (Bruxismus) können hier hohe Kräfte auftreten, die asthenopische Beschwerden auslösen und assoziierte Heterophorien verstärken können. Im Rahmen von neurophysiologischen Testen und im interdisziplinären Austausch ist das erhobene Messergebnis des MKH aus osteopathischer Sicht ganzheitlich zu bewerten und der Zeitpunkt von Teil- oder Vollkorrektion zu planen.

 

Minimalinvasive Augenmuskeloperationen

Dr. med. Ernst Höfling 

Bei Schieloperationen gleich welcher Art wird oft die Türflügeleröffnung nach Harms angewandt. Von Nachteil ist die recht große Bindehautwunde und die Nähte am Hornhautrand. Vorgestellt werden einige Möglichkeiten, mittels Kleinschnitt-Technik schonendere Verfahren einzusetzen, im Wesentlichen, um den Patienten, insbesondere Kindern, die postoperativen Beschwerden zu lindern.

 

Kontaktlinsen mit prismatischer Wirkung – Möglichkeiten und Grenzen

André Schuflitowski, Diplom-Augenoptiker/Optometrist

Für die Korrektion von Winkelfehlsichtigkeiten werden vorrangig Brillen verwendet. Kontaktlinsen jedoch bieten zusätzlich die Möglichkeit eines freien und bequemen Sehens.

Die Anpassung von Kontaktlinsen mit prismatischer Wirkung erfordert Kenntnisse sowohl über das Binokularsehen als auch über die sinnvolle Auswahl der einzelnen Parameter bei der Kontaktlinsenanpassung.

Der Vortrag beschreibt den Aufbau und die Bestellvarianten der Kontaktlinsen mit prismatischer Wirkung. Zusätzlich gibt er Einblicke in die Produktion solcher Kontaktlinsen.

 

Kontaktlinsen mit prismatischer Wirkung – praktische Erfahrungen

Jörg Weinhold, staatl. gepr. Augenoptiker

Die Lösung von Sehproblemen stellt eine Aufgabe dar, der wir uns seit Jahren intensiv widmen. So gehört auch die Kontaktlinsenanpassung zu unseren Spezialitäten. 90% unserer Sinneseidrücke nehmen wir über unsere Augen wahr. Früher oder später benötigt jeder eine Sehhilfe. Kontaktlinsen sind je nach Tätigkeit und Einsatzgebiet oftmals bequemer und sicherer als eine Brille und können auch höhere Fehlsichtigkeiten besser korrigieren. Neu ist die Korrektionsmöglichkeit mit Kontaktlinsen bei einer Winkelfehlsichtigkeit. Ich möchte Ihnen über meine Erfahrungen berichten.