IVBS-Jahreskongress 2017

 

Der 30. Jahreskongress der IVBS fand am 6. und 7. Mai 2017 im Atrium Hotel in Mainz (Flugplatzstraße 44, D-55126 Mainz) statt. Hier trafen sich die Mitglieder der IVBS in den vergangenen Jahren bereits zwei mal und sie fühlten sich dort sehr gut aufgehoben und perfekt betreut.

Der Kongress 2017 bot zwei interessante Podiumsdiskussionen zu aktuellen und spannenden Themen sowie eine Reihe von praxisbezogenen Vorträgen mit teilweise erfahrenen, aber auch ganz neuen und frischen Referenten.

Erstmalig enthielt das Programm des Jahreskongresses keine Seminare. Dafür wird es im Rahmen des diesjährigen 'Tages der Optometrie' in Hamburg einen IVBS-Praxistag geben. Dieser wird ganz im Zeichen der praktischen Anwendung stehen und verschiedene interessante Themen in interaktiven Seminaren behandeln. 

Nachfolgend finden Sie das Programm des IVBS-Jahreskongresses 2017. Alle Infos zum Kongress hatten wir auch kompakt für Sie in unserem Kongress-Flyer zusammengefasst.

Sie hatten leider keine Gelegenheit, zum Kongress nach Mainz zu kommen? Das bedauern wir! Was Sie versäumt haben, lesen Sie in einem kompakten Bericht über den Kongress. Gern können Sie auch ein wenig in den Fotos von diesem Kongress-Wochenende stöbern!

Übrigens: Seit Jahren werden unsere Kongresse ermöglicht durch die Unterstützung unserer Sponsoren. Ein Klick auf eines der nebenstehenden Logos bringt Sie auf deren Web-Repräsentanz.

Programm

Ein Klick auf das Referentenfoto zeigt Ihnen alle Infos zur Person!

Samstag, 6. Mai 2017  
09:00 – 12:00   IVBS-Vorstandssitzung
13:00 - 14:30
Podiumsdiskussion I

"Pro und Contra 3D-Refraktion"

Moderiert von Prof. Ralph Krüger diskutieren:

Fritz Paßmann (Entwickler System "PasKal 3D", IPRO GmbH)
Dr. Klaus Wehmeyer (Aufsichtsratsvorsitzender Deutsche Augenoptik AG, System "PolaSkop 3D")
Markus Leicht, M.Sc. (wissenschaftlicher Mitarbeiter Ernst-Abbe-Hochschule Jena)
Georg Stollenwerk, M.Sc. (freiberuflicher Dozent und Fachberater, Präsident IVBS)

Die noch relativ neuen Systeme zur „3D-Refraktion“ haben erstaunlich schnell und zahlreich Eingang in die Augenoptik gefunden. Andererseits wurden parallel kritische Aspekte thematisiert, die bis heute nicht abschließend geklärt sind.

Erstmals tauschen Entwickler und kritische Fachleute ihre kontroversen Argumente im direkten Dialog aus. Das verspricht spannend zu werden!

Auch jeder Zuhörer kann sich mit eigenen Fragen und Beiträgen in die Diskussion einbringen. Nutzen Sie diese Chance auf aktuelles Wissen aus erster Hand!
14:30 bis 15:00 Uhr   Kaffeepause
15:00 bis 16:30 Uhr Podiumsdiskussion II

"Binokularstörungen - fühlt sich noch jemand zuständig?"

Moderiert von Volkhard Schroth, B.Sc. diskutieren:

Birgit Wahl, M.Sc. (Lehrorthoptistin Universitätsklinikum Heidelberg, Schulleiterin Orthoptistenschule)
Thomas Truckenbrod (Präsident des Zentralverbands der Augenoptiker und Optometristen)
Dr. med. Fritz Gorzny (niedergelassener Augenarzt, Schwerpunkt Binokularstörungen, Vizepräsident IVBS)
Dr. med. Christian Bosshard (Leitender Arzt Strabologie
Facharzt FMH für Ophthalmologie, spez. Ophthalmochirurgie)

In dieser Podiumsdiskussion werden sich Vertreter der Berufsgruppen Ophthalmologie, Augenoptik/Optometrie und Orthoptik über die Versorgungsituation der von Binokularsehstörungen Betroffenen austauschen (Stichworte: Zuständigkeiten, schwindendes Interesse bei jungen Ophthalmologen, Patienten mit Schwierigkeiten adäquate Hilfe zu finden, Lösungsansätze, Kooperationen...).

Die Idee dazu entstand durch Berichte und Klagen Betroffener über ihre Odysseen zu einer kompetenten Diagnostik und Versorgung. Hier gibt es offensichtlich Handlungsbedarf. Daher erwarten wir eine spannende und kontroverse Diskussion, an der sich auch die Zuhörer beteiligen können.
17:00 bis 19:00 Uhr   Generalversammlung (für Mitglieder der IVBS)

Gastreferent: Dr. jur. Jan Wetzel (Geschäftsführer Zentralverband der Augenoptiker und Optometristen)
19:30 Uhr   Abendveranstaltung
Sonntag, 7. Mai 2017  
09:00 - 16:00
Vorträge  
09:00 - 09:15   Grußwort des Präsidenten der IVBS
Georg Stollenwerk, M.Sc.
09:15 - 10:45
Vortragsblock I  
09:15 – 09:45 Prof. Dr. Stephanie Jainta:
"Forschungsergebnisse zur binokularen Koordination beim Lesen: mit beiden Augen liest man besser"


Wenn wir lesen, gleiten unsere Augen nicht in einer kontinuierlichen Bewegung über den Text hinweg, sondern sie „springen“ von Wort zu Wort und fixieren dabei für nur ca. 200 ms (fast) jedes einzelne Wort.

Da Menschen zwei Augen haben und beide Augen Bilder der fixierten Worte aufnehmen, muss der Fusionsprozeß (mit einer oculomotorischen Vergenzbewegung und einer sensorischen Bildverschmelzung) dafür sorgen, dass für eine weitere Verarbeitung ein einzelnes Textabbild zur Verfügung gestellt wird.

In einer Reihe von Studien konnten wir zeigen, wie sich z.B. Eigenschaften des Textes (z.B. „Streifigkeit“ verschiedener Schrifttypen oder unscharfe Abbildungen) auf die motorische Fusion auswirken; auch finden sich im Lesen typische Vergenzfehler von 1-2 Buchstabenbreiten (abhängig von der individuellen Heterophorie), die aber Dank sensorischer Fusion nicht zu Doppelbildern führen. Zudem konnten wir eindeutige binokulare Vorteile im Lesen zeigen, die insbesondere die weitere Informationsverarbeitung beeinflussen (z.B. die Wortidentifikation) und nicht simple über binokulare Summationsprozesse (z.B. im Kontrast der Signale) erklärt werden können.

Unsere Beobachtungen legen den Schluss nahe, dass die Effizienz einer alltäglichen Aufgabe deutlich von der Güte beiäugiger Information profitiert - ganz im Sinne von „Mit zwei Augen liest man besser!“.
09:45 – 10:15 Ludwig Krinner:
"Kinder und Lesen"


Neil Postman hat bereits im Jahr 1982 in seinem Buch "Das Verschwinden der Kindheit" darauf hingewiesen, dass die modernen Medien die Kunst des Lesens nicht mehr unbedingt erfordern, um an Informationen zu gelangen.

Der Prozess des Lesens muss erlernt werden. Es gibt zwar eine Lese- und Rechtschreibschwäche, jedoch keine "Fernsehschwäche".

Mehr denn je werden "Inhalte", die sich früher nur dem Lesekundigen erschlossen haben, durch Bilder und Sprache übermittelt.

Wir leben in einem Jahrtausend der Bilder und der sprechenden elektronischen Geräte. Spracherkennung bei Handys und Navigationsgeräten ist schon fast "normal". In Zukunft werden wir uns auch daran gewöhnen, dass uns der Fernseher fragt, welchen Sender wir sehen wollen.

Laut Ansicht von Neill Postman sinken wir dadurch eigentlich wieder auf das Niveau des Mittelalters zurück, wo Neuerungen durch "Schausteller"
per Bild und Ballade verbreitet wurden.

Die Generation Facebook bzw. Handynutzer hat mit der von Ihr entwickelten Sprache wie z. B. " 2fast4U? " (soll heißen: Zu schnell für Dich?) einen Code entwickelt, der sich vielleicht nicht mehr jedem Menschen erschließt. Verstehen wir Alten die Sprache der "Next Generation" nicht mehr und sollten selber neu Lesen lernen?

Brauchen wir das Lesen so wie wir es kennen, in Zukunft noch? Wenn alle Geräte mit uns reden und laut Zukunftsforschern in spätestens 25 Jahren die künstliche Intelligenz sich der menschlichen Intelligenz - durch ständiges interaktives Lernen - angleicht? Diese vielleicht sogar die menschliche Intelligenz überflügelt?

Verschwinden Bücher und die Kunst des Lesens - (die uns zur Konzentration zwingt und dem Geist Flügel verleiht) - wird unsere Intelligenz gelähmt durch ein Überangebot der Bilder- und Informationsvermüllung?

Lebt jede Generation in ihrer "Info Bubbel" und die Kommunikation zwischen Jung und Alt erlischt?

Der Brexit, die Wahl der neuen amerikanischen Administration, der Rücktritt von Renzi in Italien, sowie die verunglückten Wahlversuche zum österreichischen Bundespräsidenten sind m.E. bereits erste Zeichen der Leseunfähigkeit.

Erfahrungen aus fast 40 Jahren MKH - seien Sie neugierig!
10:15 – 10:45 Friederike von Drachenfels-Schliephake:
"Einfluss neurophysiologischer Entwicklungsstörungen auf die visuelle Wahrnehmung"


Die Entwicklung eines Kindes ist mit der sensomotorischen und emotionalen Reifung verbunden. Kommt es bei einem kleinen Kind zu körperlichen Beeinträchtigungen, beruht das oft auf nicht sicher durchlaufenden Bewegungsabläufen, zu einer neuromotorischen Unreife. Dieses zeigt sich in mangelnden Halte- und Stellreaktionen und Gleichgewichtsreaktionen, und geht einher mit Dystonien und Dysbalancen. Die Folgen sind nicht nur in der Motorik zu erkennen, sondern auch in der Sensorik, dem Sehen, dem Hören, dem Fühlen, und auch im Lernen und Verhalten.

Auf der Erkenntnis dieser Zusammenhänge baut die Neurophysiologischen Entwicklungsförderung (NE) auf. Die NE ist ein ganzheitliches Konzept, das über die Förderung der Motorik mithilfe bestimmter Übungen ausgelassene oder unvollständig durchlaufende Bewegungselemente nachholt.

In meinem Vortrag will ich aufzeigen, wie sich die Entwicklungsverzögerungen oder -störungen insbesondere auf die visuelle Wahrnehmung auswirken.
10:45 – 11:10   Diskussionsrunde zu den vorangegangenen drei Vorträgen
(Moderation: Prof. Ralph Krüger)
11:10 – 11:40   Kaffeepause
11:40 - 13:30
Vortragsblock II  
11:40 – 12:10 Jürgen Eichinger:
"Die MKH - ein wertvoller und zuverlässiger Partner in der modernen Funktionaloptometrie"


In der klassischen Funktional-Optometrie/Behavioral Optometry (FO/BO) wird nach den üblichen Vortests das OEP-21-Punkte-Programm als wichtige Säule der Verhaltensbeurteilung eingesetzt, zusammen mit anderen Haltungs- und Verhaltenstests wie z.B. dem Yoked Prism Walk oder dem Z-Bell-Test. Für den Funktionaloptometristen dient das OEP-21P dabei - anders als die MKH - nicht zur Messung und Korrektion der monokularen oder binokularen Fehlsichtigkeit! Vielmehr gibt es Aufschluß über Vergenz- und Akkommodationsreserven, auf Bewußtheit von Klarheit / Verschwommensein, oder wann Fusionsriß mit resultierender Diplopie oder Suppression innerhalb des Seheindruckes eintritt.

Wir mitteleuropäischen FOs, organisiert in der Behavioral Optometry Academy Foundation (BOAF), haben zu diesen Untersuchungsabläufen die MKH gesellt und können unsere Klienten die damit erreichbare Verbesserung aktiv (Haltung, Verhalten, Flexibilität, Multi-Tasking) erleben lassen. Zu diesem "Erleben-lassen" möchte ich Sie mit dieser Synopsis alle einladen.
12:10 – 12:40 Michael Hornig:
"Möglichkeiten der Skiaskopie im Rahmen der binokularen Brillenglasbestimmung"


Die Skiaskopie wird in Zeiten moderner Autorefraktometer selten angewendet. Hohe Messgenauigkeit und einfache Bedienung sprechen für Autorefraktometer. Jedoch sind Autorefraktometer nur dazu geeignet, objektive Refraktionsbestimmungen durchzuführen.

Die Skiaskopie kann deutlich mehr. Sie bietet die Möglichkeit guter Akkommodationskontrolle, ist sehr flexibel einsetzbar, die optischen Medien können beurteilt werden, simultane objektive Messungen sind möglich und der Einfluss einer prismatischen Korrektion auf das Akkommodationsverhalten ist zu beurteilen.

So kann die Skiaskopie präventiv eingesetzt werden, um einen der Hauptgründe für kindliche Amblyopie, die Anisometropie, frühzeitig zu entdecken und zu korrigieren. Eine wichtige Voraussetzung für die Entwicklung guten Binokularsehens.

Die Skiaskopie gilt als das objektive Verfahren, welches eine Messung in Zykloplegie ersetzen kann und somit akkommodative Vergenzeinflüsse beseitigt.
Auch die Möglichkeit das Akkommodationsverhalten ohne und mit prismatischer Korrektion zu vergleichen, macht die Skiaskopie zu einem wichtigen objektiven Instrument.

Der Vortrag soll diese Möglichkeiten verdeutlichen und aufzeigen, wie die Skiaskopie praktisch in die binokulare Brillenglasbestimmung eingebunden werden kann.
12:40 – 13:10 Dr. med. Fritz Gorzny:
"Der besondere Praxisfall"


Die heute 54jährige Osteopathin und Psychotherapeutin wurde im Oktober 2014 als angeschnallte Fahrerin im stehenden PKW durch einen ungebremst auffahrenden PKW auf das davorstehende Auto aufgeschoben und erlitt schwere Schädelverletzungen, da sich der Airbag nicht geöffnet hatte. Sie erlitt dabei Zahnfrakturen und eine schwere Commotio cerebri. Eine intracranielle Blutung konnte ausgeschlossen werden. Neurologisch zeigten sich ein Spontannystagmus, Doppelbilder bei Blick nach links und Gesichtsfeldausfälle nach rechts. Subjektiv bestand eine fehlende Belastbarkeit, Müdigkeit und große Schwierigkeiten beim Lesen und Arbeiten am PC. Nach dreimonatiger Arbeitsunfähigkeit und intensiver osteopathischer Behandlung langsamer Wiedereinstieg in die Praxis. Aber auch nach 2. osteopathischer Behandlung blieben große Leseprobleme am PC und ein gestörtes Binokularsehen.
Im Juli 2016 erfolgte eine erste MKH-Messung durch die Augenoptikmeisterin Göpel mit Abgabe einer Prismenbrille mit je 5 pdpt Basis außen. Dadurch konnte die dekompensierte assoziierte Esophorie vorübergehend ausgeglichen und die Beschwerden gemildert werden. Trotzdem blieben auch danach noch erhebliche asthenopische Beschwerden mit Cephalgie, zeitweise Diplopie und Schwierigkeiten bei der Naharbeit.
Wegen deutlicher Zunahme der Prismenstärke wurde eine augenärztliche Untersuchung mit der Frage einer Augenmuskeloperation angesetzt. Hier fanden sich bei regelrechtem Organbefund der Augen eine Heterophorie von 22 pdpt nach MKH mit geringer Stereopsis für Ferne und Nähe. Mit dieser Korrektion konnte sie wieder beschwerdefrei am PC arbeiten. Nach weiteren osteopathischen Behandlungen konnte zeitweise sogar auf die Prismenbrille verzichtet werden. Das Endergebnis, ob eine Prismenbrille oder evtl. eine Augenmuskeloperation überhaupt noch erforderlich sind, wird erst in einigen Wochen ermittelt.
13:15 – 13:30



Diskussionsrunde zu den vorangegangenen drei Vorträgen
(Moderation: Georg Stollenwerk, M.Sc.)
13:30 – 14:15   Mittagsimbiss
14:15 - 16:00
Vortragsblock III



14:15 – 14:25 Georg Stollenwerk, M.Sc. und
Prof. Ralph Krüger:
Verleihung des 'Hans-Joachim-Haase-Preises 2017'


Der „Hans-Joachim-Haase-Preis“ wurde im Sommer 2002 ins Leben gerufen. Er soll dem ehrenden Gedenken an Hans-Joachim Haase und der Förderung seines Lebenswerkes dienen.

Allgemein wird der Preis verliehen für Verdienste um die binokulare Korrektion. Insbesondere soll er dazu motivieren, wissenschaftliche Arbeiten zur weiteren Erforschung des Binoularsehens sowie der Grundlagen zur Mess- und Korrektionsmethodik nach H.-J. Haase (MKH) durchzuführen. Dazu ist der "Hans-Joachim-Haase-Preis" mit 2.500 Euro dotiert.

Der Wissenschaftliche Beirat freut sich, den Preis in diesem Jahr für eine solche Arbeit verleihen zu können.
14:25 – 14:45 Ina de Waal, M.Sc.:
"Auswirkungen von Kontrastvariationen des Rahmenfusionsreizes am MKH-Kreuztest"


Der Augenoptiker Hans-Joachim Haase hat in den 1960er Jahren umfangreiche Experimente im Bezug zur assoziierten Heterophorie durchgeführt und auf der Basis seiner Beobachtungen die Mess- und Korrektionsmethode nach Haase (MKH) und das Polatest-Sehprüfgerät entwickelt. Das strukturlos, einfarbig und in einer definierten Größe konzipierte Umfeld der Testfläche sollte nach seinen Überlegungen einen gezielt dosierten orthopetalen Fusionsreiz ausüben, den er Rahmenfusionsreiz nannte. Er hielt diesen Fusionsreiz für notwendig, um die Untersuchungsbedingungen dem natürlichen Sehen anzunähern.

Aktuell enthalten fast alle elektronischen Sehprüfgeräte im deutschen Sprachraum die MKH-Testreihe. Oft bieten diese Displays die Möglichkeit, die Sättigung der Umgebung des Rahmenfusionsreises von weiß (0%) bis schwarz (100%) zu variieren oder dort sogar ein farbiges 3D-Bild darzubieten. Auch sind die Sehprüfgeräte in verschiedenen Bildschirmdiagonalen lieferbar.

Alle Rahmenveränderungen am Sehtestgerät könnten nach den Überlegungen Haases die Stärke des Rahmenfusionsreizes beeinflussen. Daher wurde in einer Studie überprüft, ob das Nullstellungsprisma am Kreuztest der MKH-Testreihe vom Rahmenfusionsreiz abhängt und inwiefern der Rahmenfusionsreiz Auswirkung auf die subjektiv wahrgenommene Auswanderung und Stabilität der Kreuzbalken am Kreuztest hat.
14:45 – 15:15 Dr. rer nat. Stephan Reiß:
"Gleitsichtbrille und Prisma – (k)ein Problem?"


Aufgrund des demografischen Wandels in Bezug auf die Altersstruktur in Deutschland stellen Gleitsichtbrillen den Wachstumsmarkt in der Augenoptik dar. Dazu kommt, dass ca. 40% aller Brillenträger eine korrektionsbedürftige assoziierte Heterophorie besitzen. Diese beiden Faktoren machen es notwendig, sich mit der Problematik Gleitsichtbrille und Prisma genauer auseinanderzusetzen.

In diesem Vortrag soll der Frage nachgegangen werden, inwieweit sich prismatische Wirkung und Gleitsichtglas gegenseitig beeinflussen. Dabei werden Abhängigkeiten der prismatischen Wirkung, beginnend bei der Augenglasbestimmung, über die Bestellung und Herstellung der Gleitsichtgläser, bis zur Zentrierung und Einarbeitung in die Brillenfassung, aufgezeigt.
Diese Zusammenhänge gilt es bei der Verordnung bzw. Anfertigung von Gleitsichtgläsern mit prismatischer Wirkung zu kennen und zu beachten, um den gewünschten Sehkomfort zu erzielen.
15:15 – 15:45 Walter Kosmale:
"Ein Tool zur Langzeitbeobachtung physiologischer Änderungen nach prismatischen Korrektionen"


Auf die Fragen der Kunden bei Erstkorrektion, wie sich die Augen und das Sehen nach einer prismatischen Korrektion ändern werden, kennen Anwenderinnen und Anwender der MKH vielfältige Antworten. Doch wie sicher sind solche Aussagen über die vermuteten langjährigen Änderungen nicht nur der prismatischen Werte sondern auch anderer physiologischer Merkmale?

Das Monitoring - Tool „PriChange“ ist ein Werkzeug, das über den Zeitraum von 50 Jahren die grafische Zusammenschau der Änderungen von prismatischer Gesamtwirkung, Hauptschnittsbrechwerten, Minuszylinderachse, Addition, Visus, FD, Stereoverzögerung, Stereotiefensehschärfe, Valenz, Inhibition und Spontanverträglichkeit bei einem Prüfling ermöglicht.

Zuerst wird die Auswahl der o.a. Messgrößen durch Beispiele begründet. Die Funktion des Tools und der Informationszusammenhang der automatisch erstellten Grafiken werden demonstriert.
Und natürlich wird der Nutzen dieses Werkzeugs für den Prüfer und den Prüfling aufgezeigt.

Dann werden kritische Fragen gestellt, z.B. wie gut die Darstellungen die Realität abbilden oder welche Informationsgrundlagen noch verfeinert werden können?

Letztlich folgt ein Blick in die Zukunft:
Werden die Kundendaten vieler Anwender des Tools fachgerecht zusammengefasst, schaffen sie eine breite Basis für verlässlichere statistische Antworten auf die auslösenden Kundenfragen.
15:45 – 16:00   Diskussionsrunde zu den vorangegangenen drei Vorträgen
(Moderation: Volkhardt Schroth, B.Sc.)
16:00   Schlusswort