IVBS-Jahreskongress 2026

Der 38. IVBS-Jahreskongress findet am 30. und 31. Mai 2026 in Ludwigsburg statt.

Das vorläufige Kongressprogramm 2026 finden Sie hier

  

Kongressprogramm 2026

Samstag,30. Mai 2026Seminare, Tischgespräche, GV
08:30 - 10:30Vorstandssitzungggf. mit Gästen
09:00 - 10:30S1 -> Tobias Ecke
„Was ist bei Anisometropie zu beachten?“


In diesem Seminar besprechen wir, was bei der Bestimmung und Umsetzung von (prismatischen) Korrektionen bei vorhandener Anisometropie zu beachten ist.
Dabei wird auf Aniseikonie und Anisophorie als Folge der Anisometropie eingegangen – wie können Messwerte ermittelt und verträgliche Sehhilfen verordnet und umgesetzt werden.
Die Vorgehensweise wird über Praxisfälle dargelegt und ein Erfahrungsaustausch ist wünschenswert.
09:00 - 12:30S2 -> Dr. med. Robert Hörantner
"Praktische Übung zur Simulation der Augenbewegungsmuskulatur am Computer"


Im Workshop wird ein Überblick über verfügbare Augenmuskelmodelle gegeben. Im weiteren wird anhand des Systems SEE++ eine typische Simulation von unterschiedlichen Bewegungsstörungen vorgenommen. Anhand dieser Pathologien können unterschiedliche Therapieoptionen erkundet werden.
Falls möglich, sollten die Seminarteilnehmer einen Windows-Laptop mitbringen.
09:00 - 12:30S3 -> Jan Dominiczak
„Was binokulare Probleme bewirken – und woran sie jeder auch ohne Messgeräte erkennen kann“


Binokulare Probleme wirken weit über das Sehen hinaus: Sie beeinflussen Lernen, Verhalten, Motorik, Haltung, Sicherheit im Straßenverkehr und langfristig sogar den Bewegungsapparat. In diesem praxisnahen Seminar erleben die Teilnehmer anhand realer Lebensgeschichten und eigener Selbsterfahrungen aus 35 Jahren empirischer Forschung, wie sich nicht ausgeglichenes binokulares Sehen im Alltag zeigt – auch ohne Messgeräte. Durch Übungen wie den Nachfahrbogen nach Dominiczak®, Schreib- und Wahrnehmungsaufgaben, Raum- und Bewegungsübungen sowie Sprach- und Lesebeispiele wird sichtbar, wie sehr Sehen mit Schulerfolg, Persönlichkeit, Körperhaltung und Lebenserfolg verknüpft ist. Ziel ist ein tiefes Verständnis dafür, dass präzise optometrische Messung und binokulare Vollkorrektion mehr als ein zentraler Schlüssel für Entwicklung, Lernen und Gesundheit sind.
09:00 - 12:30S4 -> Christian Kochniss
„MKH bei ADHS/LRS, kindgerecht zum erfolgreichen Ergebnis“


Die besonders für kurze Aufmerksamkeitsphasen geeigneten monokularen Teste werden erläutert, um die Voraussetzungen für eine effiziente Binokularmessung zu ermöglichen. Die Vorgehensweise über die Befragung der Kinder/Eltern, Übersetzung der Messergebnisse in Kind-/Elternsprache, interdisziplinäre Empfehlungen, Konzept zur zeitlichen Abfolge von Messungen und Kontrollen wird vorgestellt.
Auf die Hintergründe von ADHS/LRS und autistischen Veränderungen wird eingegangen und Praxiserfahrungen werden weitergegeben.
10:30 - 11:00 Kaffeepause
11:00 - 15:00S5 -> Michael Hornig
„Visuelle Leistungsparameter“


In der deutschen Augenoptik / Optometrie haben sich verschiedene Vorgehensweisen zur Versorgung binokularer Störungen etabliert. Neben der klassischen MKH verschiedene analytische Methoden, wie das OEP 21, die Integrative Analyse, neu das OSFT oder die BTSO. Allen gemein ist das Ziel, ein komfortables und beschwerdefreies Binokularsehen zu ermöglichen. Die Erfolge sind allen Anwender bewusst. Doch kann man diese auch messen und/oder einheitlich nachweisen?
Visuelle Leistungsparameter sollen allen Anwendern der unterschiedlichen Vorgehensweisen die Möglichkeit bieten, Veränderungen der Binokularfunktionen ohne großen Geräteeinsatz einheitlich zu prüfen und zu dokumentieren.
In dem Seminar werden alle Messungen vorgestellt. Über Videos veranschaulicht und sofern die Zeit es zulässt auch praktisch angewendet.
Die Dokumentation der Daten erfolgt in einem einheitliches Messprotokoll, das den roten Faden durch das Seminar bilden wird.
11:00 - 15:00S6 -> Bernhard Peuckert
„Skiaskopie“


Der Skiaskopie gilt in der Kinderoptometrie als Goldstandard. Sie kann die objektive Refraktion in Zykloplegie annähernd ersetzen und bietet vielfältige Einsatzmöglichkeiten. Die Beurteilung der Medien ist möglich, simultane Messungen zur Beurteilung des Refraktionsgleichgewichts sowie des Akkommodationsverhaltens, Beurteilung der Auswirkungen prismatischer Korrektionen und mehr.
Der Workshop stellt die Grundlagen der Skiaskopie in Theorie und Praxis vor. Kein Vorwissen in der Skiaskopie notwendig. Viele praktische Tipps helfen dabei, die Ergebnisse der Messungen zu optimieren.
Sofern vorhanden, bitte Phantomaugen und Skiaskope mitbringen.
12:30 - 13:25 Mittagsimbiss und Industrieausstellung
13:00 - 13:30 Gesprächstisch: Studierende / Junge Mitglieder – Präsidentin B. Göpel
13:30 - 15:00S7 -> Beate Göpel
„MKH-Update 5.01“


Dieses Seminar vermittelt kompakt Wissen über das Grundkonzept des Praxisleitfadens für erfolgreiche prismatische Korrektionen. Der Schwerpunkt besteht darin, die Änderungen der aktuellen Richtlinien zur MKH zur vorigen Ausgabe zu erläutern.
Änderungen der Begriffe, Tabellen und im Detail – auch der Vorgehensweise – werden übersichtlich dargestellt und begründet. Als Mitglied des wissenschaftlichen Beirates, der die Richtlinien 6 Jahre überarbeitet hat, bietet die Referentin in kurzer Zeit einen Überblick über wesentliche Aktualisierungen zur Version 5.01.
Da Begriffe nicht nur zur besseren Verständigung, sondern auch dem internationalen Sprachgebrauch und der neuen DIN angepasst wurden, ist dieses kurze Seminar auch für Ausbilder ein effektives und wichtiges Angebot sich zu informieren.
13:30 - 15:00S8 -> Dr. med. Wolfgang Raab
„Binokularprobleme – Ihre Fragen und Fallbeispiele“


Das Seminar richtet sich an wirklich alle Anwender oder Interessenten der MKH, Anfänger und Fortgeschrittene, die gerne einen eigenen Praxis-Fall gemeinsam mit Kollegen besprechen möchten. Selbst nach jahrelanger intensiver Praxis kommt es immer wieder vor, dass Korrektionsverläufe unserer Probanden außergewöhnlich verlaufen. Oft ist dann gar keine MKH-Richtlinien-konforme Messung und Korrektionswertfindung möglich. Bei der Frage: „Was mache ich denn jetzt?“ ist häufig ein Gespräch mit binokular denkenden und arbeitenden Kollegen und Profis die Lösung! Die Teilnehmer werden gebeten einen Praxisfall mitzubringen, der dann gemeinschaftlich besprochen werden kann. Bitte keine Scheu, auch einen ganz einfachen oder komplizierten Fall mitzubringen.
13:30 - 15:00S9 -> Thomas Nagel
„Funktionsprüfungen zur MKH“


Was macht eine wirklich gute Augenglasbestimmung aus? Neben fachlicher Kompetenz in der Refraktion braucht es vor allem eines: eine klare Erwartungshaltung darüber, was während der Messung passieren könnte und welche Ergebnisse sinnvoll sind. Genau hier setzen die Funktionsteste an. Finden wir in der MKH das, was wir über die Funktionsteste erwarten würden? Und ergibt die Augenglasbestimmung damit am Ende ein stimmiges Bild?
Lernen Sie in diesem Seminar die wichtigsten Funktionsteste und ihre Durchführung kennen und vergleichen Sie die MKH-Ergebnisse mit Ihrer Erwartungshaltung. Gewinnen Sie dadurch Sicherheit für Ihre verordneten Brillenwerte.
15:00 - 15:30 Industrieausstellung und Kaffeepause
15:30 - 16:30 Drei Tischgespräche

1. Anisometropie – ein binokulares Problem

2. Spezialisierung Binokularsehen
– was ist zu beachten?


3. Krankenkassenabrechnung
oder Privatpraxis?


C. Kochniss, (M. Hornig), T. Ecke, R. Grewenig
M. Dahl, B. Göpel, (St. Bitterli)
E. Brandt, B. Peuckert
17:00 - 18:30 GV – Generalversammlung und Diskussionen
Mitglieder und Gremien
Ab 19:00 Gemeinsamer Abend / Abendessen im Hotel
Sonntag,31. Mai 2026Vorträge
09:00 - 09:15 Kongresseröffnung – Neues von der IVBS
Beate Göpel
09:15 - 09:45V1 -> Jan Dominiczak
„Millionenreichweite für besseres Sehen – wie binokulares Sehen Bildungschancen sichert und Augenoptik neu positioniert“


Erfolgreiche Online-Videos erreichen Eltern, machen Sehdefizite sichtbar und ebnen den Weg zu spezialisierten Optikern. Der Vortrag beleuchtet anhand von Reichweitenzahlen, Zuschauerkommentaren und realen Fallbeispielen hinter den Kulissen des YouTube Kanals „Eltern Machen Erfolgreiche Kinder", welche Auswirkungen binokulare Probleme auf Bildung, Alltag und Lebensqualität haben – und wie Optiker diese früh erkennen und Menschen gezielt unterstützen können. Die Teilnehmer erfahren, wie sie durch Fachwissen, moderne Technik und gezielte Kooperationen ihre Relevanz steigern, neue Chancen erschließen und gleichzeitig echten Mehrwert für die Menschen schaffen.
09:45 - 10:15
V2 -> Bernhard Peuckert, (Christian Kochniss)
„Visuelle Leistungsparameter zur Erfolgskontrolle“


Nachdem auf dem letzten Jahreskongress das Thema in zwei Vorträgen präsentiert wurde, ist zwischenzeitlich viel geschehen. Neben der Erarbeitung einheitlicher Vorgehensweisen, dem Erstellen von Formularen und dem finalen Messprotokoll, haben auch 3 Schulungen stattgefunden. Der Zwischenbericht soll einen Einblick in die bisher geleistete Arbeit geben. Aber vielleicht auch schon erste Ergebnisse präsentieren.
10:15 - 10:45V3 -> Maximilian Freiberg
„Präzision auf Zellebene: Die objektive Fixationsdisparität unter der Lupe der Netzhautbildgebung“


Unsere Augen scheinen bei der Betrachtung eines Objektes perfekt synchronisiert zu sein. Doch blicken beide Augen tatsächlich auf den exakt identischen Punkt? Die Forschung zur objektiven Fixationsdisparität (FD) zeigt, dass oft ein winziger motorischer Vergenzfehler besteht, selbst wenn wir eine stabile und einfache Wahrnehmung genießen. Lange Zeit waren diese minimalen Abweichungen jedoch hinter den Messungenauigkeiten herkömmlicher Eye-Tracking-Systeme verborgen. Der Vortrag präsentiert neue Erkenntnisse, die mit einem weltweit einzigartigen binokularen Scanning-Laser-Ophthalmoskop (bSLO) gewonnen wurden. Diese Technologie erlaubt es, die objektive FD nicht mehr nur indirekt über den vorderen Augenabschnitt zu schätzen, sondern direkt auf Ebene der Photorezeptoren zu visualisieren und zu quantifizieren. Wir untersuchten wie die objektive FD mit klassischen klinischen Parametern wie der Heterophorie zusammenhängt, ob ein retinaler Bildversatz durch eine „Zweckentfremdung der Panumbereiche“ tatsächlich zu einer schlechteren Stereosehschärfe führt und welchen EInfluss die Komplexität der Sehaufgabe auf das Fixationsverhalten auf Mikroebene hat. Erfahren Sie, wie die direkte Beobachtung der Netzhautbildlage langjährige Theorien der binokularen Sensorik herausfordert und warum eine „gezielte Ungenauigkeit“ im Vergenzsystem womöglich eine essentielle Rolle für unsere stabile Wahrnehmung spielt.
10:45 - 11:00 Verleihung des H.-J. Haase Preises
Moderation Elke Brandt
11:00 - 11:30 Industrieausstellung, Kaffeepause
11:30 - 12:00V4 -> Volkhard Schroth
„Studienlage zur MKH“


Die MKH wird seit Jahrzehnten erfolgreich eingesetzt, um Personen mit binokular bedingten Sehproblemen prismatisch zu korrigieren. Ein Ausdruck der internationalen Anerkennung der MKH ist die Tatsache, dass sie Bestandteil der Prüfungen zum Europadiplom ist. Der Blick der Wissenschaft auf die MKH ist Thema des Vortrages. Fachartikel zur MKH der letzten 30 Jahre, die nach anerkannten Standards publiziert sind, werden unter die Lupe genommen. Die jeweiligen Kernaussagen werden nach Themengruppen sortiert:

Theoretisches Konzept und Alleinstellungsmerkmale
Korrektionserfolge
Stereofunktionen
Erkenntnisse zu objektiver Fixationsdisparität


Die mehrheitlich kritischen Schlussfolgerungen der Studien ergeben am Ende ein Bild, dass die MKH aktuell nicht die Kriterien evidenzbasierter klinischer Standards erfüllt. Vor allem existiert kein internationaler Konsens, Prismen allein auf Basis von Fixationsdisparität zu verordnen. Aber ist dies seit den Richtlinien in der 5. Auflage noch zutreffend? Neben der obligatorischen Korrektion einer vorhandenen Fehlsichtigkeit müssen seither weitere, binokulare und akkommodative Leistungsparameter erhoben werden. Die selbstkritische Zusammenfassung des Blicks der Wissenschaft könnte vielleicht einen Prozess auslösen, der die MKH noch mehr von den Alleinstellungsmerkmalen befreit, die bisher wissenschaftlich nicht abgesichert sind. Nicht nur die Außendarstellung könnte damit eine andere werden, sondern auch der Blick der MKH Anwender auf ihre Methodik. Prismatische Korrektionen nach MKH wären dann eine Option unter anderen, die als Ergebnis einer vollständigen optometrischen Untersuchung der Akkommodation und des Binokularsehens empfohlen werden.
12:00 - 12:30V5 -> Dr. med. Robert Hörantner
"Strabismus-Simulation per Computer, verschiedene Modelle"


Augenmuskelmodelle haben eine lange Tradition, um Muskelfunktionen zu erklären. Erste Versuche wurden mit mechanischen Nachbildungen der Augenhöhle durchgeführt. Es folgten mathematische Beschreibungen der Muskel- und Bewegungsfunktion. Dies war die Grundlage für die Entwicklung von computerbasierten Modellen. Mit höher werdenden Rechenleistungen und besseren anatomischen Kenntnissen wurde diese Simulationen weiter verbessert. Somit kann man vier wesentliche Entwicklungsschritte unterscheiden: Fadenmodell, Bändermodell, Pulleymodell, aktiv Pulleymodell. Diese Programme sind in der Lage, komplexe Zusammenhänge der Augenbewegungen zu simulieren und zu beschreiben.
12:30 - 13:00V6 -> Prof. Robert Winn
„Binokularsehen und Flötenspiel“


Musizieren – insbesondere das Flötenspiel – erfordert neben Fleiß und Übung besonders Konzentration, manuelle Fähigkeiten, bewusste Atmung, gutes Gehör und eben auch gutes Sehen.
Der Zusammenhang von Binokularsehen und Flötenspiel wird in diesem Vortrag erstmals von einem Musikprofessor aufgrund von Erfahrungen mit seinen Musikstudenten dargestellt. Aus der Kooperation mit einer Optometristin, die die Augenmessungen durchführte, sind über Jahre interessante Beobachtungen entstanden. Die Bedeutung von störungsfreiem Binokularsehen auf die Berufsausübung wird verständlich.
13:00 - 14:00 Industrieausstellung, Mittagsimbiss
14:00 - 14:30V7 -> Tobias Ecke
„Kontaktlinsen bei prismatischen Verordnungen“


Kontaktlinsenversorgungen bei Binokularproblemen – Geht das überhaupt?
Eindeutige Antwort: Ja!
Bei komplexen Fällen ist oft ist nur durch den Einsatz beider Korrektionsmittel eine Hilfe möglich.
Aus der Perspektive unserer täglichen Arbeit im Contactlinseninstitut Ecke mit den Schwerpunkten Kontaktlinsen und Binokularsehen versucht dieser Vortrag anhand von Fallbeispielen aufzuzeigen, wie Sehprobleme durch den gezielten Einsatz bzw. die Kombination von Kontaktlinsen und/oder Brillengläser gelöst werden können.
14:30 - 15:00V8 -> Michael Hornig
"Alles Ortho oder was?"


Die Augenoptik befindet sich in einem steten Wandel. Normen werden regelmäßig überarbeitet, Arbeitsrichtlinien erstellt und auch neue Vorgehensweisen zum Umgang mit binokularen Problemen etabliert.
Dabei entstehen jedoch unbewusst Probleme in der Kommunikation. Missverständnisse, die häufig daraus resultieren, dass es zu einem Begriff, je nach Lesart, unterschiedliches Verständnis gibt.
Der Vortrag soll dazu beitragen die Kommunikation zu verbessern. Also "Alles Ortho oder was?"
15:00 - 15:10 Diskussion und Schlusswort
Beate Göpel
Ab 15:10 Ausklang, Farewell